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Fermentieren bei Gerson?

Es ist allgemein bekannt, dass fermentiertes Gemüse besonders hilfreich für eine gesunde Darmflora ist, und natürlich auch, dass ein erheblicher Teil des Immunsystems im Darm angesiedelt ist. Daher bekomme ich oft von Gerson-Patienten die Frage, ob sie bei der Therapie fermentieren können. Da Salz ein fester Bestandteil des konventionellen Fermentierens ist, geht das bei Gerson natürlich NICHT.


Ich habe allerdings recht viel damit experimentiert und es gibt einfache Wege, wie man leckeres fermentiertes Gemüse auch komplett ohne Salz herstellen kann.


Einerseits, kann man das Salz einfach weglassen. Dann steigt allerdings die Chance, dass es kippt. Das Gemüse sollte jederzeit komplett unter Wasser stehen und nicht in Kontakt mit Sauerstoff kommen. Es ist besonders wichtig darauf zu achten, dass das Sauergemüse nicht übel nach Schweizer Käse oder faulen Eiern riecht, denn dann ist eine zweite Gärung aufgetreten. In dem Fall sollte man das Gemüse unbedingt ungegessen auf den Kompost werfen.


Doch es gibt einen Trick, wie man den Prozess viel sicherer und einfacher machen kann! Man fügt einfach extra Milchsäurebakterien hinzu. Bei Bakterien ist es ja so, dass die Mehrheit die Überhand nimmt - also eine grosse Menge an "guten" Bakterien, es den "schlechten" Bakterien schwerer macht sich zu vermehren. Daher macht eine Zugabe von zusätzlichen Milchsäurebakterien die salzlose Fermentation sicherer.


Ich benutze dazu die EMs (effektive Mikroorganismen), die ich selber vermehre. Aber man kann auch einfach Milchsäurebakterien kaufen (zB die kleinen Päckchen von Omnibiotic, die eigentlich für die Darmflora gedacht sind, oder in flüssiger Form von Vitabiosa oder Mikroveda zB).


Fermentierungsrezept

Vorbereitungszeit: 30 min + 2-8 Tage Fermentation, je nach Wärme und Jahreszeit.

Utensilien: Messer oder Mandoline, großes Glas, Michsäurebakterien, ein Tellerchen zum runterdrücken, etwas zum beschweren (ein Stein oder eine grosse Glaskugel zB)


Zutaten

  • Gemüse, gewaschen und zerkleinert

  • reines Wasser

  • Milchsäurebakterien-Starter -zB ein Tütchen Probiotica (wie von Omnibiotic), oder 1 Schnapsgläschen Flüssig-EMs (zB von Vitabiosa)

Zubereitung

  1. Das Gemüse in Streifen oder Würfel schneiden. Ordentlich durchkneten.

  2. Das Gemüse in das Glas schichten. Man kann es mit einem Kohlblatt zudecken, wenn man möchte.

  3. Die Milchsäurebakterien in ein Glas Wasser mischen und über das Gemüse schütten.

  4. So viel Wasser hinzugeben bis das Gemüse komplett bedeckt ist. Ein Tellerchen drauflegen und mit einem Stein oder anderem Gewicht beschweren damit das Gemüse immer unter Wasser bleibt.

  5. Mit sauberem Tuch oder Gaze abdecken (damit keine Insekten reinkommen) und einen leicht geöffneten Deckel drüber legen (damit das Gas austreten kann)

  6. 2-8 Tage bei Zimmertemperatur stehen lassen (nicht umrühren zwischendurch!). Bildet sich etwas Schaum an der Oberfläche, ist es ein Zeichen der Vergärung. Dann den Geschmack prüfen. Sobald das Gemüse säuerlich genug schmeckt, ist es bereit gegessen zu werden! Man kann das Einmachglas im Kühlschrank gut verschlossen bewahren oder das Gemüse in kleinere Gläser füllen und kühl lagern. So lange es vom Sud bedeckt bleibt, ist das Gemüse monatelang haltbar.


Meine Tipps:

- Behalte etwas Flüssigkeit oder fertiges Sauergemüse übrig und beim nächsten Mal, füge es einfach hinzu. So fermentiert das neue Gemüse in nur 2-3 Tagen.

- Ich liebe es das saure Gemüse mit etwas Honig zu vermischen. Da essen sogar Kinder gerne mit!


Essig in der Gerson Therapie

Ich fermentiere nicht nur mein Gemüse selber, sondern produziere auch meinen eigenen Essig. Dazu benötigt man jedoch eine gute Essigmutter und recht viel Zeit, was man bei der Gerson-Therapie nicht unbedingt hat. Trotzdem wendet man dieses fermentierte Lebensmittel viel in der Therapie an, zB in Salatdressings. Daher finde ich es wichtig, dass Patienten darauf achten, dass der Essig nicht nur biologisch sondern unbedingt auch unpasteurisiert ist. Die Etikette gut lesen, auch auf der Rückseite! Wenn unten in der Flasche Trübstoffe lagern, ist das schonmal ein gutes Zeichen.





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